Glossar Erläuterung journalistisch-rundfunktechnischer Begriffe
Atmo
Atmo (Abkürzung "Atmosphäre") ist die akustische Stimmung, die sich aus den Umweltgeräusche ergibt (z.B. Bahnhofsgeräusche, Marschmusik bei der Darstellung einer marschierenden Truppe, sprachliche Elemente bei einer Museumsführung oder bei einer politischen Kundgebung u.s.w.). Die Atmo erzeugt ein lebendiges Bild vom Ort des Geschehens.
Feature / Hörbild
Die englischen Worte "to feature" lassen sich mit "effektvolles Aufmachen" übersetzen. In der deutschen Sprache gibt es keine Wortentsprechung. Oft wird auch das Feature als Hörbild bezeichnet.
Das "Feature" lässt sich als journalistische Darstellungsform erklären, bei der ein Thema ausführlich, möglichst farbig und reich an Facetten erzählend behandelt wird. Neben dem Hörspiel ist das Feature eine Darstellungsform, auf die der Ausspruch "Radio ist Kino im Kopf" am stärksten zutrifft. Ein Feature macht das Thema sinnlich erfahrbar. Die Hörer erleben die Informationen als eine Art akustischen Film, sie sehen sozusagen mit den Ohren.
Gebauter Beitrag
Der gebaute Beitrag setzt sich zusammen aus O-Tönen (siehe unten) und gesprochenem Text. Beide verbinden sich zu einem logisch aufgebauten und inhaltlich stimmigen Bericht.
Interview
Einerseits ist das Interview eine eigene, selbstständige Darstellungsform im Hörfunk. Andererseits sind Interviews auch eine journalistische Technik der Informationsbeschaffung und der Recherche. Beim Interview als Darstellungsform wird das Wechselspiel zwischen Frage und Antwort, zwischen Rede und Gegenrede hörbar.
Kalenderblätter
Gesprochene Beiträge zu den Jahrestagen besonderer Ereignisse, nicht unähnlich den Hinweisen auf gedruckten Kalenderblättern, wenn auch viel informativer.
O-Ton
Ähnlich dem wörtlichen Zitat in der Presse, ist der O-Ton ein Ausschnitt aus einer authentischen Wortaufnahme, z.B. aus einem Interview oder einer Rede. Der O-Ton dient im Radiojournalismus auch als Begriff für alle original aufgenommenen Töne, neben den Wortaufnahmen also auch Geräuschen.
Portraits
Ebenso wie in der Literatur bezweckt das Rundfunk-Portrait (oder Porträt) die Darstellung einer Person und soll eine differenzierte, umfassende Darstellung der Persönlichkeit vermitteln.
Rezensionen
Als wertende Stellungnahme verfolgt die Hörfunk-Rezension das Ziel, dem Hörer eine kritische Auseinandersetzung mit kulturellen oder wissenschaftlichen Schöpfungen wie Büchern, Filmen, Kunstwerken u.a. zu liefern.
Text
Der geschriebene Text hat im Radio eine ganz besonders wichtige Bedeutung. Informationen in brauchbare und verständliche Texte zu verpacken, erfordert vom Rundfunk-Journalisten viel Konzentration, Genauigkeit und sprachliche Tüftelei. Der Text darf sich nicht in längeren und komplizierten Sätzen darstellen. Er hat der speziellen Situation beim Radio-Hören Rechnung zu tragen. Der Text muss daher sowohl mühelos gesprochen als auch leicht gehört und verstanden werden können.
|